Dienstag, 26. Juli 2016

Gesichtscremes sind überflüssig.


Ganz schön schockierender Blogpost-Titel nicht wahr? Ihr fragt euch sicherlich was das soll. Heute teile ich eine persönliche Erfahrung mit euch, die zu einer drastischen Änderung meiner (Gesichts-)Pflegeroutine geführt hat.

Ausgangssituation:
Wie auch viele Gleichaltrige bin war ich angefixt von den aktuell sehr umworbenen Pflegeprodukten, ohne Alkohol, ohne Parfum oder zur Vermeidung vorzeitiger Hautalterung. Die letzten Jahre habe ich ständig damit verbracht, mich in Sachen Hautpflege "weiterzubilden". Und natürlich war ich auch immer schnell ganz vorne mit dabei mir neue Pflegeprodukte zuzulegen. Dazu zählen unter anderem diverse Cremes, Öle, Abschminkvarianten, Gesichtswasser oder Seren. Dass ich mich zudem noch regelmäßig und teilweise extrem schminke, erklärt sich an dieser Stelle ja von selbst. Ich war immer sehr davon überzeugt, dass jenes Produkt absolut sinnvoll ist und habe in der Vergangenheit bereitwillig sehr viel Geld investiert.

Das Problem:
In einer durch Stress begleiteten Lebensphase musste ich feststellen, dass meine Haut sich das mit der Pflege anders vorgestellt hatte. Es war im Sommer/Herbst letzten Jahres, als sie auf einmal anfing sich optisch zu verändern. Im Bereich der Mundpartie haben sich kleine Bläschen gebildet, die Haut war knallrot, hat geschuppt und gespannt. Das war zum einen äußerst unangenehm und sah zum anderen total bescheuert aus. Nachdem ich es mit besonders milden Cremes aus der Apotheke versucht hatte zu mildern und es nur noch schlimmer wurde, ging ich zum Hautarzt.

Beim Hautarzt:
Mein Hautarzt begutachtete meine Gesichtshaut nur kurz und fragte: "Benutzen Sie regelmäßig Feuchtigkeitscreme?" - Ich ihm stolz ein Sammelsurium oben genannter Produkte gezeigt, die meines Wissens nach immer gut waren. Seine Reaktion: "Aha. Davon trennen Sie sich jetzt." Ihr könnt euch sicher meine Entrüstung/Verwirrung vorstellen. Seine Erklärung: "Ihre Haut ist überpflegt. Sie schmieren Produkte ins Gesicht, die total überflüssig sind. Das braucht Ihre Haut eigentlich gar nicht. Die menschliche Haut ist in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Sie ist nicht auf die künstliche Pflege von außen angewiesen, so wie es einem die Medien weiß machen. Das Gleichgewicht Ihrer Haut wurde von den Pflegeprodukten und auch vom Make Up zerstört und jetzt rebelliert sie. Man nennt es: Periorale Dermatits."

Therapie:
Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich einfach eine Creme bekomme, mit der ich meiner Haut helfen kann (lach), aber die einzige Hilfe die ich ihr geben durfte war, sie nicht mehr mit Pflegeprodukten zu penetrieren und in Gänze auf alles zu verzichten, was für mich bis dato Standart war.
Anfangs war es eine ganz schön krasse Umstellung für mich und meine Haut. Denn durch die Krankheit hat die Haut ja ohnehin schon gespannt und gejuckt. Und dann nicht seiner Gewohnheit nachzugeben und etwas Feuchtigkeitscreme zu benutzen, erfordert ein außerordentlich hohes Maß an Selbstdisziplin. Aber das Durchhalten hatte sich gelohnt: Nach einem Monat war die periorale Dermatits weg und ist auch nie wieder gekommen.

Was bleibt:
Natürlich habe ich es nicht geschafft, mich in Gänze von allem zu trennen. Ein paar Dinge sind aus trifftigen Gründen geblieben:
1. Sonnenschutz. Schaut euch mal diesen Blogpost von Julia zum Thema Sonnenschutz an. Da steht wirklich genau drin, was das eigentlich bedeutet und wie wichtig das ist. Darauf sollte man wirklich nicht verzichten.
2. Abschminken. Da ich mich weiterhin schminken möchte, bleibt das abendliche Abschminken natürlich nicht aus. Ich verwende ein Abschminköl von Balea und das Bioderma-Mizellenwasser.
3. chem. Peeling. Hier verwende ich eins von Paulas Choice, ca. 1 mal wöchentlich.
4. Körperöle. Im Winter lässt es sich manchmal nicht vermeiden und ich muss Rücken oder auch Schienbeine etwas mit Öl eincremen.

Mein Fazit
Meiner Haut ging es noch nie besser und ich vermisse auch nichts. Ich bin keine Dermatologin und meine Erfahrungen sind persönlich. Daher ist dies hier keine Anleitung, wie man sich (nicht) zu pflegen hat. Aber vielleicht habe ich die/den ein oder andere/n zum Nachdenken inspiriert ?!

Liebe Grüße
Julia.

Kommentare:

  1. Hallo Julia, ich habe auch die gleiche Erfahrung gemacht ;) Ab und an verwende ich etwas Nivea-Creme, das wars an Creme, zum Abschminken nehme ich Bioderma Mizellenwasser und Dove Seife und Sonnenschutz habe ich in meiner Avene Couvrance Foundation Creme drin :) Zum Peelen nehme ich einen sanften Peelinghandschuh (aus der Türkei) unter der Dusche, wenn es nötig ist..

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    1. Hi es ist schon erstaunlich wie viele eine ähnliche Erfahrung gemacht haben! Liebe Grüße

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  2. Sehr schön, dass du deine Geschichte hier erzählst.
    Viele vergessen bei dem ganzen Hautpflege Hype leider, dass jede Haut anders ist.
    Ich selbst bin ja auch jemand der viel benutzt an Pflege. Aber meine Haut braucht das auch.
    Daher ist das definitiv gut, dass man auch mal zum Arzt geht wenn etwas nicht stimmt.
    Aber 100% richtig sind die Aussagen bei den Ärzten auch nicht immer leider.
    Grundsätzlich hat er Recht, dass sich die Haut von selbst regeneriert. Aber durch äußere Einflüsse kann die das nunmal nicht immer. Und nicht bei jedem ist der richtige Weg dann nichts mehr zu tun. Vorallem Anti Aging technisch auch nicht so passend. Nur braucht man vielleicht einfach nicht so viel ;-) Ich muss auch unbedingt mal einen Termin beim Hautarzt machen. Würde mich mal interessieren, was der zu meinem Hautzustand sagt.

    Aber find immer wieder spannend zu lesen was andere so an Pflege nutzen. Obwohl ich mich echt grusel wenn ich lese, dass sich jemand mit Seife das Gesicht reinigt oder meint in der Foundation wäre genug Sonnenschutz. Seife ist basisch und zerstört den Säureschutzmantel der Haut. Und der Lichtschutz in Foundations ist so gering, dass man sich um die 50 Lagen Foundation drauf hauen muss, damit man ansatzweise gescheiten Lichtschutz erreicht. Wird wohl keiner machen ;-)

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    1. Du hast recht, jede Haut ist anders. Es gibt einfach kein Pauschalrezept, wie man sich zu pflegen hat. Man kann nur ausprobieren, sich weiterbilden und Erfahrungen sammeln... und im besten Fall auch teilen. Mich interessiert das nämlich ebenfalls immer sehr, wie andere das machen.

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  3. Das klingt wirklich interessant.
    Ich habe Jahr(zehnte) lang ganz viele unterschiedliche Produkte ausprobiert.
    Meine Haut hat mir IMMER – vor allem im Gesicht - gezeigt (idR innerhalb von 1 – 3 Tagen), was sie von den Produkten hält: NICHTS!

    Vor einigen Monaten habe ich ein feines Unternehmen entdeckt, das ganz großartige Pflegekosmetikprodukte herstellt.
    Juhu,- nach soooo vielen Jahren u.a. eeeeeeendlich (Gesichts-)Pflegeprodukte (nebst Reinigungsmilch und Peeling) für mich gefunden, die ich vertrage.

    Das zusätzliche, grandiose Sahnehäubchen ist: ALLE Produkte der Firma, wirklich ALLE Produkte sind absolut natürlich, erdölfrei, ohne Schadstoffe, ohne Chemie, ohne Konservierungsstoffe, ohne Tierversuche, vegan…..
    Die kompletten Pflegeprodukte werden FRISCH hergestellt und direkt vom Hersteller (weltweit der Einzige seiner Art) verschickt.

    Seither geht’s auch meiner Haut gut :-)

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    1. Wow, das klingt ja total interessant. Verrätst du, welche Produkte das sind? Bzw. wie die Marke heißt?
      Liebe Grüße

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  4. Liebe Julia,

    ja natürlich gerne! Es ist das österreichische Unternehmen RINGANA (www.ringana.com).

    Ringana macht großartige Produkte in Sachen Frische(PFLEGE)Kosmetik und Vitalstoffe/Nahrungsergänzungsmittel.
    Wie schon gesagt, sind ALLE Produkte komplett ohne Chemie, absolut natürlich etc... werden frisch in Österreich hergestellt und von dort aus verschickt. (Den alles was im Laden steht, MUSS z.B. schon mindestens Konservierungsstoffe enthalten.)
    Auch deren Produkte aus der Vitalstoffreihe sind konzentriert, hoch bioverfügbar und rein pflanzlich…
    Grandios ist übrigens auch das Zahnöl (mit dem das Ganze vor 20 Jahren seinen Anfang genommen hat).

    Ich benutze inzwischen etliche (und ausschließlich) Produkte von Ringana bereits über einen längeren Zeitraum und bin nach wie vor komplett begeistert und überzeugt von den Produkten.
    Sogar SO überzeugt, daß ich nebenher selbständig zu Ringana-Produkten berate. Daher wäre es natürlich nett und würde mich freuen, FALLS Du dort was bestellst, wenn Du dann angibst, daß Du über meine Empfehlung gekommen bist..

    Falls Du Fragen zu den Produkten hast, beantworte ich sie Dir natürlich gerne.

    Weil Du unter „was bleibt“ z.B: das Peeling erwähnt hast:
    Das Peeling holt ja die alten und abgestorbenen Hautschüppchen runter, d.h. die Haut wird besser durchblutet.
    Bei herkömmlichen Produkten wird das mit Mikroplastik gemacht oder mit Quarzsand oder Marmor (sind auch metallische Rückstände drin), der zermahlen wird. Oder mit Salz, was auch nicht geeignet ist, denn es reißt die oberste Hautschicht auf.
    Das Ringana-Peeling ist OHNE Mikroplastik und all die o.g. Zutaten. Die Peelingkörnchen z.B. sind aus Bambus und Granatapfelkernen.
    Es ist (wie so vieles von Ringana) selbst für Neurodermitiker und Schuppenflechtler geeignet….

    Liebe Grüße

    Sandra (Weigl)

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